Der neue KI-Bot für die Verwaltung „GovGPT“ verwundert mit falschen Antworten. Jetzt sorgt das Tool auch in der Justiz für Ärger. Doch ausgerechnet dort will man mit der Fehler-KI nichts zu tun haben – wer steckt wirklich dahinter?
Wie heißt Österreichs Kanzler? Karl Nehammer. Und wer ist Justizministerin? Eva Kocher. Und für das Innenministerium ist Ex-FPÖ-Politikerin Karin Kneissl zuständig. Zumindest wenn man den neu eingeführten KI-Chatbot des Bundeskanzleramts „GovGPT“ fragt.
Ausgerollt wird die KI allerdings schon seit Juli, Fehler macht sie weiterhin einige. Die Anwendung steht dabei allen Bediensteten des öffentlichen Dienstes zur Verfügung, bei denen die Antworten oftmals für Verwunderung sorgen. Am Donnerstag ist das Tool nun auch für das Justizministerium ausgerollt worden, Richter aus ganz Österreich ärgern sich über die fehlerhaften Auskünfte des offiziellen Chatbots der Verwaltung.
Folgend einige blamable Beispiele:
Gerade die Justiz, die diese Woche mit einer Protestwoche auf den Personalmangel aufmerksam gemacht hat, hätte durch Künstliche Intelligenz eigentlich entlastet werden sollen. Besonders hilfreich ist diese aber eben nicht. Nun stellt das Justizministerium klar, dass es sich dabei nicht um die KI des Justizministeriums selbst handelt. „GovGPT“ komme vom Bundeskanzleramt.
Eigene KI wird entwickelt
Eine eigene „Justiz-KI“ werde derzeit unabhängig davon vom Justizministerium entwickelt. Geplant sind unter anderem KI-Hilfen für die Rechtsrecherche, strukturierte Zusammenfassungen und Übersetzungen. Ein Großteil davon soll den Bediensteten bis Ende 2026 zur Verfügung stehen.
Gerichte und Staatsanwaltschaften sollen damit vor allem bei umfangreichen und komplexen Eingaben entlastet werden. Weitere Projekte sind bereits in Vorbereitung: eine intelligente Suche im elektronischen Akt, automatische Spracherkennung und Transkription sowie Werkzeuge zur visuellen Aufbereitung und Analyse von Verfahrensinhalten.