Die von den USA angetriebenen Umschichtungen innerhalb der NATO betreffen offenbar auch den Kosovo. Am Freitag wurde angekündigt, dass die Zahl der Soldatinnen und Soldaten für die KFOR-Mission im Balkanland reduziert werde. Die Militärallianz nannte keine Details dazu, welches Land Soldaten von der Mission abziehen würde.
Angesichts der „allgemein stabilen“ Sicherheitslage im Kosovo werde die NATO „ihre derzeitige Stärke im Laufe des nächsten Jahres schrittweise anpassen“, erklärte das Oberkommando der Alliierten Streitkräfte in Europa (SHAPE) am Freitag. Demnach stellte die NATO bereits im Jänner die rotierende Entsendung von Reservekräften in den Kosovo ein.
Das NATO-Kontingent umfasst nach Angaben vom April rund 4600 Soldatinnen und Soldaten. Auch Österreich stellt seit Beginn der Mission im Jahr 1999 Soldaten. Aktuell seien dort 155 österreichische Soldaten stationiert, hieß es zuletzt vom Bundeskanzleramt. Erst am Montag war der kosovarische Premierminister Albin Kurti zu einem Arbeitsgespräch bei Bundeskanzler Christian Stocker. Bei dem Gespräch versicherten er und Europaministerin Claudia Bauer noch Kurti, dass das österreichische Bundesheer das Engagement im Rahmen der Friedensmission fortsetzen werde.
KFOR-Mission erst 2023 verstärkt
Ziel der NATO-Mission im Kosovo ist es, ein sicheres Umfeld für den Aufbau einer zivilen Friedensordnung zu schaffen und zu erhalten sowie die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu garantieren. 2023 war das KFOR-Kontingent nach gewalttätigen Zwischenfällen mit paramilitärischen serbischen Separatisten um 1000 Soldatinnen und Soldaten verstärkt worden.