Die adelige Marie-Louise-Philippine de Bonnières de Guînes erhielt rund um 1778 Musikunterricht von Wolfgang Amadeus Mozart. Das belegen mehrere Briefe, die das Musikgenie schrieb. Schwärmte Mozart am Anfang noch von seiner Schülerin, kühlte die Begeisterung im Laufe der Zeit jedoch deutlich ab. Wie und warum, das belegt jetzt ein kürzlich erst gefundenes Notenheft.
Am 14. Mai 1778 schrieb Mozart über seine damals 19-jährige Schülerin noch begeistert: „Ich habe ihnen schon im lezten brief geschrieben, das der Duc de guines, dessen Tochter meine scolarin in der Composition ist, unvergleichlich die flöte spiellt, und sie magnifique die Harpfe; sie hat sehr viell Talent, und genie, besonders ein unvergleichliches gedächtnüß“.
Es lebte die Hoffnung, sie als Komponistin auszubilden. Doch Mozart erkannte rasch, dass es ihr nicht nur an Übung, sondern leider auch an Talent fehlte.
Das belegen Aufzeichnungen in einem nun neu entdeckten Notenheft, das die beiden für ihren Unterricht verwendeten. Zuerst befinden sich darin Studien im mehrstimmigen Satz. Die Aufzeichnungen schreiten danach aber rasch zu Übungstücken im freien Satz fort. Ersterer folgt strikteren Regeln, letzterer nicht. Heißt: Mozart gestaltete die Unterrichtseinheiten zunehmend einfacher.
Der Fund des neuen Notenheftes wird auch in Salzburg vorgestellt. Im Herbst will man die Unterlagen in der Mozartstadt feierlich präsentieren.