Der britische Regierungschef Keir Starmer will sich nicht komplett aus der Politik zurückziehen. Er wolle sein Mandat im Parlament behalten, sagte ein Sprecher der Downing Street. Wie berichtet, hatte Starmer am Montag nach monatelangem Druck aus seiner Partei seinen Rücktritt als Premier angekündigt.
Der 63-Jährige sagte, einen geordneten Machtwechsel sicherstellen zu wollen und bis dahin im Amt zu bleiben. Seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger hätten die volle Unterstützung. Ab dem 9. Juli sollen Nominierungen möglich sein, der Prozess der Übergabe wird laut Starmer bis zur Sommerpause abgeschlossen sein.
Der Politiker ist derzeit auch Abgeordneter für den Londoner Wahlbezirk Holborn und St. Pancras. Diesen Posten will er behalten. Nach dem „größten Job im Land“ werde er seiner Familie künftig mehr Zeit widmen, sagte Starmer. „Das ist das Ende meiner Reise, aber nicht das Ende eurer“, richtete er am Dienstag seinen Ministerinnen und Ministern in der Sitzung des Kabinetts aus.
Andy Burnham gilt als Favorit
Als Favorit für den Job des Premiers gilt nun der frühere Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham. Dieser wurde am Montag kurz nach Starmers Rücktrittsrede im Parlament als Abgeordneter vereidigt. Er hatte erst in der vergangenen Woche einen Sieg bei der Nachwahl im Bezirk Makerfield nahe Manchester errungen und damit den Sprung ins Parlament geschafft.
Die Frage ist, ob er die einzige Person bleibt, die sich für den Labour-Vorsitz bewirbt. Ohne Gegenkandidatinnen und Gegenkandidaten könnte er noch im Juli von König Charles III. zum Premier ernannt werden. Andernfalls müsste er sich zuvor einem aufwendigen Auswahlverfahren seiner Partei stellen.