Politik

Putin stellt Metro-Märkte unter Zwangsverwaltung

Putin stellt Metro-Märkte unter Zwangsverwaltung

Der Handelskonzern Metro war nach dem russischen Überfall auf die Ukraine in Russland geblieben – nun wurde das deutsche Unternehmen unter vorübergehende staatliche Zwangsverwaltung gestellt. Dies dürfte ein politisches Signal sein: Das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland ist aktuell äußerst angespannt. 

Die Vermögenswerte des Konzerns wurden unter staatliche Verwaltung gestellt, wie aus einem am Montag veröffentlichten Präsidialdekret hervorgeht. Die Entscheidung fällt in eine Phase verschärfter Spannungen zwischen Moskau und Berlin wegen des Ukraine-Kriegs.

91 Märkte in Russland betroffen
Das Dekret nannte keine Gründe für den Schritt. Der Handelskonzern war anders als zahlreiche andere westliche Unternehmen nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Land geblieben. Metro tue dies aus Rücksicht auf Mitarbeiter und Kunden, hatte der Konzern immer wieder erklärt. Metro hat noch 91 Märkte in Russland.

Russische Metro-Tochter versichert normalen Betrieb
Der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein deutscher Amtskollege Johann Wadephul hatten sich am Wochenende am Rande der UN-Vollversammlung in New York zu Gesprächen über die Ukraine getroffen. Lawrow erklärte anschließend, er habe dabei keine neuen Erkenntnisse gewonnen.

Russland bestreitet versuchten Drohnenangriff auf Flughafen Leipzig
Deutschland wirft Russland einen versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle vor und hatte als Reaktion unter anderem die Schließung eines russischen Konsulats und eines Kulturzentrums in Berlin angeordnet. Moskau bestreitet die Vorwürfe. Die russische Metro-Tochter teilte am Montag mit, der Betrieb laufe normal weiter und alle Verpflichtungen gegenüber Kunden würden erfüllt. Das Unternehmen äußerte sich nicht direkt zu dem Dekret.

Auch Nestle und Auchan unter russischer Kontrolle
Russland hatte erst Anfang September die Kontrolle über die russischen Vermögenswerte des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns Nestle und des französischen Einzelhändlers Auchan übernommen. Zur Begründung hieß es von russischer Seite, feindselige Handlungen „unfreundlicher“ Staaten hätten bei dieser Entscheidung eine Rolle gespielt.

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