„Alles ist volatil, alles ist austauschbar“, sagt Reinhold Rebhandl. Der österreichische Maler verlor vor elf Jahren beinahe sein gesamtes Werk – und kehrte seiner Heimatstadt Steyr den Rücken. Jetzt sorgt er für ein spektakuläres Comeback: In Linz ist er aktuell mit einer Ausstellung präsent, ab Mitte Juli bezieht er ein offenes „Atelier“ – ausgerechnet wieder in Steyr.
Reinhold Rebhandl (69) zählt zu den spannendsten Künstlern Österreichs. Mit seiner aktionistischen Malerei, die er einst in den Reithofferwerken in Steyr realisierte, schrieb sich der Oberösterreicher in die Kunstgeschichte ein. Heute ist er wieder sichtbar wie lange nicht – mit Ausstellungen in Oberösterreich und Wien.
Neben seiner 15-jährigen Lehrtätigkeit an der Modeschule Hetzendorf mischt Rebhandl weiterhin aktiv die Kunstszene auf: Derzeit stellt er im Kunstverein Magazingasse in Wien-Leopoldstadt aus, in Linz ist seine Personale in der Galeriehalle Scheutz (noch bis 26. Juni) zu sehen. Ab 17. Juli bespielt er schließlich die Schlossgalerie in Steyr – ein ebenso symbolischer wie aufsehenerregender Ort.
Ein steter Dialog mit Geste und Farbe
Rebhandl steht für einen unverwechselbaren Stil zwischen Aktionismus, Konzeptkunst und malerischer Tradition. Seine Arbeiten verweigern sich klassischen Motiven, setzen stattdessen auf Geste, Farbe und radikale Offenheit. Kontraste, Symbolik und sogar Worte finden ihren Platz – ebenso wie der Raum selbst, der integraler Bestandteil seiner Kunst wird.
Atelier zum Hinschauen
In der Schlossgalerie Steyr schlägt er nun ein neues Kapitel auf: Mit „A Laboratory of Painting / Labor der Malerei“ (17. Juli bis 8. August 2026) verwandelt er die Ausstellung in einen Prozess. Die Schau verändert sich laufend, wächst, wird neu gedacht. Rebhandl arbeitet direkt vor Ort – die Galerie wird zum Atelier, zum Schauplatz spontaner künstlerischer Aktionen.
Die Kunst entsteht im Moment – unmittelbar, flüchtig, radikal gegenwärtig. Der dramatische Verlust eines Großteils seines Werks vor elf Jahren, verursacht durch eine Räumung im Auftrag des Magistrats Steyr, bleibt dabei spürbar im Hintergrund. Er ist kein Thema mehr – aber ein Echo, das nachhallt.