Kriegschroniken

Russland rekrutiert sogar Kinder für Auftragsmorde

Russland rekrutiert sogar Kinder für Auftragsmorde

Der russische Geheimdienst soll in der Ukraine zwei Mädchen angeworben haben, um einen Nationalgardisten zu töten. Die beiden hätten den Mann in ein Hotelzimmer gelockt und ihn vergiftet, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft von Charkiw, Juri Papuscha, am Mittwoch.

Sie hätten den Vorwand vorgebracht, mit ihm Zeit verbringen zu wollen, sagte er weiter. Anschließend gaben sie dem Soldaten Wodka, in den sie zuvor das Gift Methadon gemischt hatten. Ein russischer Führungsoffizier habe die Tat per Video beobachtet und den Minderjährigen den Befehl erteilt, den Soldaten zu erwürgen, sagte Papuscha. Allerdings war der Mann zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Ein Mädchen zog daraufhin ein Plastiksackerl über den Kopf des toten Mannes und drückte ihn mit einem Polster nieder, um ihn zu ersticken.

Das Gift hatten die beiden Mädchen laut der ukrainischen Staatsanwaltschaft bei einer Paketstation abgeholt. Sie hätten die Tat bereits gestanden. Ein Mädchen sei um den Betrag von 5000 US-Dollar (umgerechnet rund 4373 Euro) angeworben worden und habe eine Freundin als Helferin engagiert.

„Keine moralischen Beschränkungen“
„Dieser Fall zeigt, dass die russischen Spezialdienste keine moralischen Beschränkungen kennen und ukrainische Kinder sogar für Auftragsmorde einsetzen“, sagte Papuscha. Die russischen Agentinnen und Agenten würden den Kindern weis machen, dass sie wegen ihres Alters strafrechtlich nicht verfolgt werden könnten. Das stimme aber natürlich nicht. Zwar gebe es Schutzmechanismen bei Verfahren für Minderjährige, wie das Zuziehen von Psychologinnen und Psychologen, doch würden die strafrechtlichen Bestimmungen für Sabotage, Terrorakte, Hochverrat oder Mord auch für sie gelten.

„Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass jedes Kind versteht: Wenn es kriminelle Befehle von russischen Spezialdiensten ausführt, hat das reale rechtliche Konsequenzen“, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Charkiw.

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