Ein 32 Jahre alter Mann hat am Sonntagabend in einem ukrainischen Rekrutierungszentrum das Feuer eröffnet. Vier Angestellte wurden bei dem Angriff in Odessa verletzt, einer davon schwer. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen. Der Gewaltausbruch zeigt die Mobilisierungskrise der Ukraine.
Armee warben, habe der 32-Jährige mehrere Schüsse aus einer Pistole abgefeuert, so die Polizei. Vier Männer wurden dabei verletzt, einer von ihnen musste mit einer schweren Rückenwunde ins Spital eingeliefert werden, berichtet die Lokalzeitung „Dumskaja“.
In Wohnung verschanzt
Der Schütze flüchtete daraufhin. Die Polizei konnte die Wohnung des 32 Jahre alten Mannes ausfindig machen, wo er sich verschanzt hatte. Am Sonntagabend konnte die Polizei den Mann dann festnehmen.
Krawall in Lemberg
Die Gewalttat zeigt beispielhaft die Mobilisierungskrise, in der die Ukraine steckt. Immer wieder werden Rekrutierungsoffiziere von Männern angegriffen, die nicht an die Front wollen. Erst Anfang Juli hatte sich in Lemberg an einer Straßenkontrolle eine Demo mit Hunderten Teilnehmern entzündet. Militärfahrzeuge wurden umgekippt und Offiziere attackiert.
Attacken immer häufiger
Während es im ersten Kriegsjahr 2022 fünf Fälle von Attacken auf Rekrutierungspersonal gab, waren es vergangenes Jahr bereits 341. Bis Ende April 2026 zählte die ukrainische Nationalpolizei laut dem „Kyiv Independent“ 118 derartiger Vorfälle.
Es fehlt an Soldaten
Unabhängige Beobachter in Kiew sehen in der Ukraine massive Personalprobleme: Es fehlt an Soldaten an der Front. Neben Widerstand gegen die Rekrutierungen, die teils gewaltsam erfolgen, gibt es zudem Desertationen und Versuche, sich durch Bestechung vom Kriegsdienst freizukaufen.