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Schön war es am Heldenplatz

· Politics

Wirklich schön war es gestern am Heldenplatz: die Gardemusik und das Panzerballett und der Eurofighter-Überflug. Und erst die Angelobung von 1000 Grundwehrdienern. Und der Bundespräsident und die hohen Damen und Herren, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. So volksnah

EINERSEITS hat sich am gestrigen Nationalfeiertag wieder einmal gezeigt, dass die Österreicher ihr Bundesheer lieben. Der Andrang am Heldenplatz war gewaltig und das Interesse der Menschen an ihrer Armee ganz offensichtlich.

ANDERERSEITS mussten wir gerade erst vor wenigen Tagen vom Rechnungshof vernehmen, dass der sogenannte „Aufbauplan 2030“, durch den das Heer erst wieder wirklich einsatzfähig gemacht werden sollte, unfinanzierbar wäre. Die Kosten würden nämlich von geplanten 17 Milliarden auf 54 Milliarden steigen. Milliarden, die das Land schlicht und einfach nicht hat.

Neue Abfangjäger, eine effektive Luftabwehr, womöglich das sündteure Sky-Shield-System, die Beschaffung von Drohnen und Drohnenabwehrsystemen, die Modernisierung der gesamten Infrastruktur, für all das gibt es – glaubt man unserem Finanzminister – nicht die nötigen Mittel.

Wenn dann aus der seit Monaten diskutierten Wehrdienstzeit-Reform auch nur ein fauler Kompromiss wird, muss man zwangsläufig erkennen, dass da am Heldenplatz nur eine schöne Inszenierung zu sehen war. Die Inszenierung einer Operettenarmee.