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Sepp Schellhorn, es ist an der Zeit zu gehen!

· Politics

Sepp Schellhorns Leistungsbilanz als Staatssekretär für Deregulierung passt vollumfänglich auf einen Post-it-Zettel. Es wird Zeit, das Neos-Experiment zu beenden, findet „Krone“-Wien-Chef Michael Pommer.

Unlängst lief im Fernsehen die Episode einer amerikanischen TV-Serie, da kam man nicht umhin, an Sepp Schellhorn zu denken. Die Geschichte selbst spielt keine Rolle, dennoch sei sie kurz erzählt: In „Succession“ wollen ein Patriarch und seine missratenen Kinder ihr Medien-Imperium retten – und gehen dabei über Leichen. In der besagten Folge besucht der alternde Tyrann spontan den Newsroom eines seiner Sender und beobachtet lange die Arbeitsleistung eines Mitarbeiters, die ihn nicht sonderlich begeistert. „Nur eine E-Mail“, ruft er zornig. „Überarbeiten Sie sich nicht!“

19 Projekte umgesetzt
Wer die Emotion hinter dieser Szene nicht nachvollziehen kann, stelle sich nun Sepp Schellhorn vor. Seit dem 3. März 2025 ist der 59-Jährige Staatssekretär für Deregulierung im Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten. Für 17.165 Euro brutto pro Monat, 14-mal im Jahr.
Monatelang fiel der Neos-Politiker nur durch seine Luxus-Limousine auf, durch geschmacklose NS-Vergleiche, Steakverkostung und Bundesländer-Schrumpfungs-Fantasien – dann monatelang durch gar nichts. Von seinen 113 geplanten Deregulierungsmaßnahmen wurden 19 umgesetzt, das zweite Sparpaket ist mittlerweile wegen chronischer Erfolglosigkeit abgesagt. Eine Leistungsbilanz, die auf einen Post-it-Zettel passt. 
„19 Projekte umgesetzt. Überarbeiten Sie sich nicht!“

Der ehemalige Wut-Wirt bringt nur noch die Volksseele zum Kochen. Der Name seines YouTube-Kanals, „Sepp, was machst du?“, ist die Frage, die sich alle Steuerzahler stellen. Eine Antwort darauf gibt er selbst: „Ich bin jener, der keine Entscheidungen treffen kann.“ Da ist nichts und die Bevölkerung leidet finanziell – eine Politik wie ein Phantomschmerz. Dabei sollte die Frage vielmehr lauten: Warum ist er noch Staatssekretär? Ein Deregulierungs-Politiker, der nichts deregulieren kann, hat sich zu deregulieren.

„Auftritte mit Schmerzen verbunden“
Selbst in der eigenen Partei gibt es kaum noch Verteidiger. Ein Neos-Mandatar aus Wien zur „Krone“: „Jeder seiner Auftritte ist mit Schmerzen verbunden. Die Minister bremsen seine Pläne aus und er hat all das nicht kommen sehen. In Sparzeiten ist es nicht mehr zu erklären, wieso wir uns so jemanden noch leisten.“

Auch in der Gastronomie, aus der Schellhorn kommt, gibt es den Begriff des negativen Deckungsbeitrags – wenn der erzielte Verkaufserlös einer Speise nicht ausreicht, um die direkt damit verbundenen Kosten zu decken, fliegt sie von der Speisekarte. Für Schellhorn ist jetzt Küchenschluss.