So stellt sich der Iran die Gebühr für Schiffe vor
Der Iran und der Oman haben sich im Prinzip auf eine neue Route durch die Straße von Hormuz geeinigt. Eine gemeinsame Erklärung werde derzeit fertiggestellt, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Bakaei. Die Meerenge sei aber weiterhin nicht sicher für alle durchfahrenden Schiffe.
„Die Faktoren, die die Straße von Hormuz unsicher machen, bestehen seitens der Vereinigten Staaten nach wie vor“, sagte Bakaei. Als Beispiele nannte er die „Seeblockade“ und „andere aggressive und bedrohliche Maßnahmen gegen den Iran und seine Interessen“. US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstagabend (Ortszeit) bereits von einer Öffnung der Meerenge gesprochen.
Laut Berichten könnten Schiffe künftig auf einer nördlichen Route durch die Meerenge in den Persischen Golf einfahren und auf einer südlichen Route entlang des Omans ausfahren. Es soll sich um eine temporäre Lösung handeln, während der das iranische Militär verlegte Seeminen beseitigt. Das Abkommen mit dem Oman könnte es der iranischen Führung ermöglichen, hohe Gebühren von Schiffen zu fordern, die durch die Straße von Hormuz in den Persischen Golf einlaufen, sagten ein iranischer Insider und zwei Regierungsvertreter. Es geht um fünf bis sieben Prozent des Frachtwerts von Schiffen. Vertreter aus dem Oman sprechen sich hingegen für Gebühren von etwa drei Prozent aus.
USA in schwacher Position?
Trump hatte zuvor wiederholt erklärt, dass es keine Gebühren für die Durchfahrt geben werde. Kurzzeitig führte er aber an, dass die Vereinigten Staaten selbst Gebühren erheben würden. Viele Beobachterinnen und Beobachter sehen das Weiße Haus inzwischen in einer schwachen Position, in der es dem Iran keine Bedingungen für Frieden diktieren kann. Vor Ausbruch des Krieges konnten Schiffe ungehindert durch die Meerenge fahren.
Die Straße von Hormuz könnte noch länger ein wichtiges Druckmittel für den Iran bleiben, schrieb der britische „Economist“. Pipelines seien anfällig für Angriffe, die neue Route brauche Zeit und wäre überwiegend für den Export von Rohöl eine Lösung. Für Produkte wie Diesel gebe es gar keine Pipelines vor Ort. Alternativen zur Straße von Hormuz würden massive Investitionen und damit mögliche Mehrkosten für Konsumentinnen und Konsumenten bedeuten.