Social Media: Eltern warnen, Teenies entspannt
TikTok, Instagram und Snapchat stehen immer wieder in der Kritik. Doch ausgerechnet die Jugendlichen selbst sehen ihre Social-Media-Nutzung deutlich entspannter als ihre Eltern. Das zeigt eine aktuelle, von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Umfrage.
Fast jeder zweite Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren (48 Prozent) ist überzeugt, dass soziale Netzwerke einen positiven Einfluss auf die eigene psychische Gesundheit haben. Ganz anders die Eltern: Nur rund jeder Fünfte (21 Prozent) teilt diese Einschätzung. Negative Folgen vermuten dagegen nur 18 Prozent der Jugendlichen – bei den Eltern sind es doppelt so viele (36 Prozent).
Ein Drittel der Jugendlichen glaubt außerdem, dass Social Media weder positive noch negative Auswirkungen auf das eigene Wohlbefinden hat. Bei den Eltern vertreten sogar 42 Prozent diese Meinung.
Eltern unterschätzen Bildschirmzeit deutlich
Überraschend: Viele Eltern wissen offenbar gar nicht, wie lange ihre Kinder tatsächlich vor Bildschirmen sitzen. Laut Umfrage verbringen Jugendliche an Schultagen durchschnittlich 4,5 Stunden mit Handy, Tablet oder Fernseher, an Wochenenden sogar 6,1 Stunden. Das ist jeweils rund eine Stunde mehr, als ihre Eltern vermuten.
Die Untersuchung zeigt zwar einen Zusammenhang zwischen längerer Bildschirmzeit und Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlafproblemen oder Konzentrationsschwierigkeiten. Die Forscher betonen jedoch ausdrücklich, dass daraus kein direkter Ursache-Wirkungs-Zusammenhang abgeleitet werden kann. Ebenso möglich sei, dass Jugendliche mit bereits bestehenden psychischen Belastungen häufiger zu sozialen Netzwerken oder Videospielen greifen.
Kommt jetzt das Social-Media-Verbot?
Die Debatte über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche gewinnt unterdessen weiter an Fahrt. Eine Expertengruppe der EU-Kommission soll bis zum 13. Juli Empfehlungen vorlegen und auch beurteilen, ob Altersbeschränkungen auf EU-Ebene sinnvoll wären.
Auch in Österreich wird an einem entsprechenden Gesetz gearbeitet. Geplant ist ein Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren. Der Gesetzesentwurf muss allerdings noch mit der EU abgestimmt werden. Wann die Regelung tatsächlich kommt und welche Plattformen davon betroffen wären, ist derzeit noch offen.