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Steirische ÖVP-Chefin kritisiert den Bundeskanzler

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Mit seiner Aussage, dass man Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen dürfe, hat sich Bundeskanzler Christian Stocker in die Nesseln gesetzt. Auch die steirische ÖVP-Parteichefin Manuela Khom übt nun Kritik: Stockers Worte „werden der heutigen Lebensrealität von Familien nicht gerecht“.

Ende Mai traten Bundeskanzler Christian Stocker und die steirische Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom gemeinsam vor die Presse, es war ein harmonischer Termin. Die Aussagen Stockers Donnerstagabend bei seiner Bundesländer-Tour in Salzburg („Kinderbetreuung ist nicht als Arbeit zu sehen“) führt nun aber zu einer eindeutigen Reaktion der steirischen Parteichefin.

„Ich bin über die Aussagen des Bundeskanzlers verwundert. Sie werden der heutigen Lebensrealität von Familien nicht gerecht“, lässt Khom mitteilen. „Natürlich ist Kinderbetreuung von Liebe geprägt – sie darauf zu reduzieren, greift aber viel zu kurz. Elternschaft ist keine klassische Erwerbsarbeit. Es gibt dafür keinen Urlaubsanspruch, keine freien Wochenenden und oftmals auch keinen Feierabend. Dafür gibt es – und das weiß ich aus eigener Erfahrung als Mutter – eine ständige Rufbereitschaft.“

„Diese Arbeit wird überwiegend von Frauen geleistet“
Wer Kinder großziehe, übernehme Tag für Tag Verantwortung und leiste einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft, so die zweithöchste Politikerin der Steiermark. „Kinderbetreuung ist vor allem Verantwortung, Zeit und Arbeit. Und diese Arbeit wird nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet – oft zusätzlich zum Beruf, zum Haushalt und zur Pflege von Angehörigen. Diese Mehrfachbelastung dürfen wir nicht romantisieren, sondern müssen sie stärker anerkennen,.“ 

Khom gilt als wortstarke Vertreterin von Frauenrechten. In der Koalition mit der Landeshauptmann-Partei FPÖ hat sie es damit nicht immer leicht, versucht aber ihre Position, soweit wie möglich, verbal abzustecken.