Steirischer SPÖ-Chef: „Unwürdiges Schauspiel“
Die steirische SPÖ legt sich im Führungsstreit weder auf Babler noch auf Zeiler fest. Überraschend ist jedoch, dass der steirische Chef der Sozialdemokratie, Max Lercher, nun in die Bundes-Gremien zurückkehren möchte.
Mit einer klaren Forderung war Max Lercher, Chef der steirischen Sozialdemokratie, in die heutige Sitzung des Landesparteivorstandes gegangen: Im Führungsstreit zwischen Andreas Babler und Gerhard Zeiler müssten jetzt „alle persönlichen Interessen und Befindlichkeiten hintangestellt“ werden, man habe „im Sinne Österreichs professionell mit dieser Situation umzugehen“.
Mehrere Stunden wurde in der roten Zentrale in Graz dann hinter verschlossenen Türen diskutiert, es gab sowohl Stimmen für als auch gegen Zeiler. Der Medienmanager dürfte also ebenso polarisieren wie Babler.
Max Lercher selbst ließ sich vorerst nicht in die Karten schauen, gilt aber bekanntermaßen als Kritiker des Bundes-Obmanns. Nur so viel: Es brauche einen „klaren, schnellen Prozess“, am besten bereits am Sonntag eine Entscheidung. „Fest steht, es gibt eine Kandidatur, und die wird bleiben. Insgesamt ist es aber ein unwürdiges Schauspiel, das wir nicht zum ersten Mal abliefern.“
Lercher, seit wenigen Tagen frisch verheiratet, verlangt von seiner Partei mehr Ehrlichkeit, drängt auf Versöhnung. Und geht dabei mit gutem Beispiel voran: Er kündigt eine Rückkehr in die Bundes-Gremien an, aus denen er sich – wie einst Franz Voves – zurückgezogen hatte.