Der Streit um das Unibudget eskaliert. Nach der Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer, der einmal mehr maßlose Rektorengehälter kritisierte, verschiebt die „Johannes Kepler Universität“ in Linz den Start des Quantenstudiums und damit eines der Zukunftsfächer. Die Politik ist über diese Provokation empört.
Quantenwissenschaften gehören zu den wichtigsten Zukunftsthemen weltweit. Die „Johannes Kepler Universität“ hatte ein entsprechendes Studium für Herbst vorbereitet, das Interesse unter Studierenden aus aller Welt ist groß. Doch jetzt muss es abgesagt werden, des Geldes wegen. Das Bachelorstudium „Quantum Science and Technology“ an der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU) soll erst 2027 starten.
Rektoren auf Kriegsfuß mit der Politik
Rektor Stefan Koch, der vergangene Woche beim Sommerball der Uni an der Seite Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleiter noch freundliche Nasenlöcher machte, spricht von fehlender Finanzierungssicherheit. „Wir hoffen, dass es im Herbst eine entsprechende Finanzierung für die Universitäten gibt“, so Koch im ORF-Radio. Es gehe um einige Millionen, die wir wahrscheinlich im Jahr dann an zusätzlichem Personal, beziehungsweise Lehraufwand stemmen müssten.
In der Regierung reagiert man auf diese Provokation hinter vorgehaltener Hand mehr als irritiert. Ausgerechnet in diesem Bereich jetzt so plötzlich ein Studium zu schließen, ohne mit dem Ministerium gesprochen zu haben, sei ein mehr als fragwürdiges Vorgehen. Die Verwunderung ist groß, denn Österreich gilt international als Vorzeigeland in der Quantenforschung.
Aktuelles Budget läuft noch bis Ende 2027
Das Studium sei Thema der Leistungsvereinbarungen und diese laufe noch 1,5 Jahre bis Ende 2017. Wenn sich etwas in der Entwicklung verändert, müsste erst mit dem Ministerium gesprochen und nach Lösungen gesucht werden, bevor man bis zum Äußersten gehe. Quantentechnologie ist mit einem Schwerpunkt fest in der Industriestrategie verankert. Scharfe Kritik kommt von der Hochschülerschaft (ÖH), die von Ausreden der Uni-Leitung spricht. Das geplante Curriculum sei „nahezu unstudierbar“ gewesen.
Die Hochschulen fordern, wie berichtet, vom Bund für die nächste Leistungsvereinbarung 2028-2030 18 Milliarden Euro, Einschnitte wurden jedoch von der Politik in Aussicht gestellt. Über deren Ausgestaltung entscheidet die Bundesregierung bei einer Klausur im Herbst.