Nach turbulenten Monaten und dem von großer Disharmonie begleiteten Abgang von Stephanie Gräve, soll der Wiener Ali M. Abdullah als interimistischer Intendant das Landestheater wieder auf einen ruhigen Kurs führen. Die „Krone“ hat ihn getroffen.
„Krone“: Sie haben mit der interimistischen Intendanz des Vorarlberger Landestheaters eine neue Aufgabe übernommen – nicht gerade der einfachste Job. Wie gehen Sie an große Herausforderungen generell heran?
Ali M. Abdullah: Die Aufgabe ist nicht klein, das stimmt: Wie da in den letzten Monaten die „Meinungsverschiedenheiten“ in aller Öffentlichkeit verhandelt wurden, das war für das Theater und seine Belegschaft sicher nicht gut. Ich habe den Job angenommen – wohl wissend, dass da eine Wunde klafft. Jetzt geht es für mich erst einmal darum, herauszufinden, wie das Theater hier funktioniert und ich die Kunstproduktion wieder auf volle Fahrt bringen kann. Zudem läuft mein Vertrag nur zwei Jahre – da muss ich auch darauf achten, ob die angefragten Partner wirklich so kurzfristig und ohne längerfristige Perspektive einsteigen. Ich gehe aber sehr freudvoll an die Sache ran, stehe früh auf und gehe spät schlafen, damit ich diese „spontane Übernahme“ hinbekomme.