Till Eulenspiegel als schlechter Theaterscherz
Blutiges Schlachten und grausame Hexenverbrennung statt kindlicher „Till Eulenspiegel“-Streiche bei den 50. Sommerspielen Perchtoldsdorf. Alles andere als eine leichte Sommerkomödie, bei der auch der brillante Fabian Krüger hoffnungslos untergeht.
In diesem Sommer halten die Sommerspiele Perchtoldsdorf zum 50. Jubiläum einen besonderen Scherz bereit mit dem aus dem deutschen Volksstück bekannten Till Eulenspiegel, der bekanntermaßen Späße treibt und die Leute zum Narren hält. Dieser wird in dem hunderte Seiten starken Roman von Charles de Coster in die Zeit des Aufstands der Flamen gegen die spanische Krone versetzt, mutiert zum Freiheitskämpfer. Intendant Alexander Paul Kubelka hat gemeinsam mit Dramaturgin Angela Heide den Versuch gestartet, daraus ein Bühnenwerk zu stricken.
Eine zähe, verworrene, von A bis Z schlecht getaktete und viel zu lange, blutrünstige Abhandlung rund um Ketzerei, Folter, Hinrichtung und Hexenverbrennung. Genau das Richtige für einen lauen Theater-Sommerabend! Zusätzliche Qual bereitet der Sound aus den Brachial-Mikroports, die grausamst jeden Atemstoß verstärken, jede Emotion abtöten.
Und wo bleibt Till? Selbst der brillante Fabian Krüger kann da nichts retten, dieser zur Randfigur mutierten Rolle keinerlei Kontur geben, und so stolpert er unbeholfen durch die gesamte Handlung. Auch seine Kollegen Jakob Seeböck (als böser König in doofem Outfit), Michael Masula als Vater, und Pascal Lalo (als dann und wann witziger Lamme) mühen sich sichtlich mit Text und Regieführung, genauso wie die Damenriege (Alexandra Maria Nutz, Susanne Kubelka, Wiltrud Schreiner, Larissa Fuchs), die (weil Mittelalter?) meist schreiend und kreischend deklamieren. Wie bringt es Eulenspiegels dicker Begleiter auf den Punkt: „Von deiner Rede versteh ich nichts“ Sic!