Kein gutes Zeugnis für Israels Regierung: Laut einer aktuellen Umfrage sehen 56 Prozent der befragten Israelis Netanyahus Kriegsführung im Iran als schlecht oder gescheitert an. Sie sind der Ansicht, dass das Land seine Ziele nicht oder nur teilweise erreicht hat.
92 Prozent der Befragten sehen gar den Iran als Kriegssieger in der Region. Die klare Mehrheit (86 Prozent) bewertet die Ergebnisse des Kriegs zudem negativ. Die Befragten sind etwa überzeugt, dass der Feldzug Israels langfristige Sicherheit geschwächt hat. Durchgeführt wurde die Umfrage der Hebräischen Universität und des Agman-Instituts unter 3644 Israelis ab 17 Jahren.
Die Vereinigten Staaten und Israel hatten den Krieg im Iran Ende Februar begonnen. Anfang April trat eine Waffenruhe in Kraft, die vereinzelt gebrochen wurde. Vergangene Woche wurde ein Deal abgeschlossen, laut dem innerhalb von 60 Tagen eine Einigung für ein Kriegsende folgen soll.
Kämpfe im Libanon am Wochenende
Anfang März hatte die Hisbollah-Miliz mit Angriffen auf Israel den Libanon in den Krieg hineingezogen. Am Freitag einigten sich die Kriegsparteien auch dort auf eine Waffenruhe. Sowohl die Hisbollah als auch Israels Militär warfen sich am Samstag jedoch gegenseitige Verstöße vor. Mehr als 118 Tote wurden gemeldet. „Israel wird sich nicht aus der Sicherheitszone im Libanon zurückziehen“, kündigte Verteidigungsminister Israel Katz am Sonntag an. Die Bedrohungen der Hisbollah müssten beseitigt werden. Man habe bereits „eine sehr große Zahl von Hisbollah-Kämpfern ausgeschaltet“, hieß es weiter.
Die Miliz, die vom Iran unterstützt wird, sagte wiederum, auf einen Vormarsch der israelischen Truppen reagiert zu haben. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden.