„Und der Kanzler sich a bisserl Fußball anschaut“
„Es grenzt schon an Verschaukelung des Volks, wenn wir, vom Finanzminister auserkoren, eine Erhöhung, Kürzung und Streichung nach der anderen hinnehmen müssen und der Kanzler zu elft sich a bisserl Fußball anschaut.“
Das, was hier ein „Krone“-Leser aus Innsbruck schrieb, steht exemplarisch für eine Unzahl an Reaktionen auf den „Krone“-Bericht zur Reise des Bundeskanzlers zum WM-Spiel Österreich gegen Argentinien in Texas.
„Gespart wird unten – ausgegeben wird oben“, analysiert ein Kremser Leser. „Bezahlt wird das Ganze – wie könnte es anders sein – vom Steuerzahler. Also genau von jenen Menschen, die man gleichzeitig zum Sparen erzieht“, empört sich ein Leser aus Linz. Und fragt: „Ist das noch Realitätsbezug oder schon blanke Selbstbedienung?“
Ein Briefschreiber aus Niederösterreich möchte wissen, was sich ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker bei diesem Auftritt in Dallas gedacht habe. Ja, das fragen sich viele. Vor allem auch in der Kanzlerpartei selbst.
Viele Österreicher wären derzeit gerne in den USA, um unser Fußball-Team live zu erleben. Gar nicht wenige Landsleute haben auch Tausende Euro bzw. Dollar dafür ausgegeben, um bei der WM dabei zu sein. Sie müssen es sich selbst bezahlen.
Einer unserer Leser hofft, dass auch Stocker „dieses Privatvergnügen aus der Privatschatulle bezahlt“. Alles andere, findet er, „wäre ein politischer Skandal der Sonderklasse“. Da werden diesem „Krone“-Leser viele recht geben.