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US-Geheimdienstchefin soll auf Guru gehört haben

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Schwere Vorwürfe gegen die scheidende US-Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard: Laut ihrer ehemaligen Beraterin hat Gabbard für ihre politische Arbeit Ratschläge eines Sektenführers angenommen. Dieser soll jahrelang versucht haben, Einfluss zu nehmen und offenbar erfolgreich damit gewesen sein.

Die Zeitung Washington Post sprach mit einer ehemaligen Beraterin der Geheimdienstchefin und Aussteigerinnen und Aussteigern der Gruppe Science of Identity Foundation (SIF). In dieser wuchs auch Gabbard selbst auf, ihre Eltern hatten führende Positionen inne. Die Anhängerinnen und Anhänger des Religionsführers Chris Butler praktizieren eine Form des Hinduismus, die auf der Verehrung der Gottheit Krishna basiert, und bestimmte Regeln für das Leben beinhaltet, etwa in Bezug auf Meditation und Ernährung. Einige ehemalige Mitglieder sprechen von einer isoliert lebenden Sekte, SIF weist das zurück. SIF-Anhängerinnen und -anhänger leben vor allem in den USA, in Australien und Neuseeland.

Nun wurde bekannt, dass der Guru Butler jahrelang versucht haben soll, Einfluss auf die US-amerikanische Politik zu nehmen. Im Fokus stand Gabbard, die 2024 von der Demokratischen Partei zur Republikanischen wechselte und heute als Vertraute des US-Präsidenten Donald Trump gilt. Es gebe eine E-Mail-Domain mit dem Namen Ninelsles.com, die von Butlers Büro genutzt werde, sagte Rebecca Saltzburg, eine ehemalige Beraterin Gabbards, zur Washington Post. Saltzburg ist selbst SIF-Mitglied und war in den 1990er-Jahren die Sekretärin des Sektenführers. Verschickt worden sind ihr nach etwa Anweisungen, wie sich Gabbard bei öffentlichen Auftritten verhalten und welche politischen Positionen sie vertreten soll.

„Obama intellektuell faul geworden“
So wurde die scheidende US-Geheimdienstchefin 2015 aufgefordert, den damaligen demokratischen Präsidenten Barack Obama als „intellektuell faul“ zu bezeichnen. Dabei ging es um seine jährliche Rede vor dem Kongress. Einige Jahre später teilte die Sekte Gabbard mit, dass sie ein Gesetz einbringen solle, das Staaten bestrafen würde, wenn ihre Bürgerinnen und Bürger für den Islamischen Staat (IS) gekämpft haben. Mindestens in diesem Fall hatte die SIF auch Erfolg, denn die Geheimdienstchefin brachte eine Woche nach der Aufforderung einen entsprechenden Gesetzesentwurf ein.

Teils wurde sie auch scharf kritisiert. Niemand sonst könne so mit Gabbard sprechen, sagte Saltzburg in Bezug auf Butler. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geheimdienstchefin, die am 30. Juni zurücktreten wird, wiesen den Einfluss des Sektenführers auf die politische Arbeit zurück. Die Trump-Vertraute hatte ihren Rücktritt vor ungefähr einem Monat bekannt gegeben und mit einem Schicksalsschlag in der Familie begründet. Bei ihrem Ehemann sei Krebs diagnostiziert worden, teilte sie mit. Gabbard hatte ihr Amt Anfang 2025 angetreten und Trump fast täglich mit Erkenntnissen des Geheimdiensts versorgt.