Nach ihrer Wahlschlappe schießen sich die Republikaner auf US-Verteidigungsminister Pete Hegseth als Sündenbock ein und geben ihm die Schuld am unpopulären Iran-Krieg. Ihm droht die Amtsenthebung. Hegseth zeigt sich in einem Video kämpferisch und verteidigte den Krieg als „mutig“ und „historisch“.
Die Jagd auf Hegseth eröffnet hatte Vizepräsident JD Vance, als er den Iran-Krieg für die krachende Niederlage bei den Zwischenwahlen verantwortlich machte. Präsident Donald Trump, der den Angriff befohlen, ist für die Republikaner aber weiterhin unantastbar. Stattdessen wird Verteidigungsminister Hegseth als Schuldiger ausgemacht. Ein republikanischer Abgeordneter kündigte bereits ein Amtsenthebungsverfahren gegen Hegseth an. Kritiker werfen Hegseth neben der Kriegsführung auch die Entlassung hochrangiger Militärs vor.
„Wir weichen nicht zurück“
Nun ging der selbst ernannte Kriegsminister in die Offensive und veröffentlichte eine Videobotschaft, aufgenommen vor dem Pentagon. Darin schwört er, nicht zurückzuweichen und zeigt sich nicht nur stolz auf den Militäreinsatz gegen den Iran, sondern auch auf seinen Kampf gegen Transpersonen und Diversität.
Seinen Gegnern wirft Hegseth eine „Politik der persönlichen Zerstörung“ vor. Wie auch gegen Donald Trump werde aber auch bei ihm das Verfahren zur Amtsenthebung nicht durchgehen. Mehrmals schmeichelt der Kriegsminister seinem „Commander in Chief“ in dem Video. Etwa, wenn er an den Wahlkampf 2024 erinnert, als Trump angeschossen wurde. „Er hat sich für dieses Land in die Schusslinie geworfen“, meint Hegseth, „Er hat seine Faust geschüttelt und gesagt: ‘kämpft, kämpft, kämpft!‘ und das werden wir“.
„Greifen uns an, weil wir effektiv sind“
Das zeigt, wer der einzig wahre Adressat des Videos ist: US-Präsident Donald Trump, in dessen Gunst Hegseth zu bleiben hofft. „Sie greifen mich an, sie greifen uns an, weil wir effektiv sind“, betont der Republikaner noch. Sollte er sein Amt räumen müssen, bedeutet das auch eine Niederlage für den Präsidenten, so die Botschaft.
Für erste verfing sie: Trump stellte sich hinter seinen Minister und erklärt gegenüber Reportern, dieser habe fantastische Arbeit geleistet. Wie viel Unterstützung er noch unter seinen Parteikollegen hat, wird sich kommende Woche zeigen.
Selbst wenn Hegseth das Amtsenthebungsverfahren übersteht, werden die nächsten Monate noch ungemütlicher für ihn. Denn wenn im Jänner der neue Kongress mit der deutlichen Mehrheit der Demokraten zusammentritt, starten weitreichende parlamentarische Untersuchungen gegen den Minister.