Der US-Militärseelsorge geht es an den Kragen: Verteidigungsminister Pete Hegseth setzt bei Reformen zum Kahlschlag an. Von mehr als 200 zugelassenen Kirchen und Religionsgemeinschaften stehen nun nur noch 31 auf der Liste, die Geistliche für das Militär stellen dürfen.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth setzt seinen Kurs zur Neuausrichtung der Militärseelsorge fort. Nach Informationen des Portals military.com hat das Verteidigungsministerium mehrere Reformen umgesetzt. Dazu zählt insbesondere eine deutliche Reduzierung der Religionsgemeinschaften, die Militärgeistliche entsenden dürfen: Statt mehr als 200 Gruppen sind nun noch 31 zugelassen. Auf der neuen Liste stehen unter anderem jüdische, muslimische, hinduistische, buddhistische und sikhistische Gemeinschaften sowie zahlreiche christliche Konfessionen, berichtet die katholische Presseagentur „Kathpress“.
Bereits vor einigen Monaten hatte Hegseth angekündigt, die bisherigen Regelungen zu überarbeiten. Die frühere Liste mit über 200 anerkannten Glaubensgruppen bezeichnete er als praxisfern und „nutzlos“. Nach seiner Darstellung gehört die Mehrheit der US-Soldaten lediglich sechs Glaubensgemeinschaften an. Deshalb sei eine Straffung der Liste notwendig gewesen. Nicht mehr berücksichtigt werden unter anderem neuheidnische Gruppierungen, Anhänger des Schamanismus und Druidentums, verschiedene New-Age-Kirchen sowie weitere kleinere Glaubensrichtungen.
Eine weitere Änderung betrifft das Erscheinungsbild der Militärseelsorger. Künftig sollen sie im Dienst ihre religiösen Symbole statt ihrer militärischen Rangabzeichen tragen. Hegseth hatte bereits im März betont, dass Militärgeistliche in erster Linie Geistliche und erst danach Offiziere seien.
Förderung „christlichen Nationalismus“
Kritik an den Reformen kommt von der Military Religious Freedom Foundation, die sich für Religionsfreiheit innerhalb der US-Streitkräfte einsetzt. Deren Gründer Mikey Weinstein zeigte sich angesichts der Streichung zahlreicher Glaubensgruppen von der offiziellen Liste empört. Er bezeichnete das Vorgehen der Regierung als „schmutzig und ekelhaft, verfassungswidrig, unmoralisch und unethisch“. Zudem warf er dem Ministerium vor, mit den Änderungen einen „christlichen Nationalismus“ fördern zu wollen.