Valentina Simschitz von der ÖH der Uni Graz hat in einem Interview zu Studierendenprotesten Gewalt gegen Dinge nicht ausgeschlossen. Im „Krone“-Gespräch erklärt sie sich. FPÖ und Neos fordern ihren Rücktritt.
In ganz Europa ziehen derzeit junge Leute auf die Straße. Es wird gegen die Bildungspolitik und wegen Perspektivenlosigkeit protestiert. In Frankreich nehmen die Demos aber seit Wochen verheerende Ausmaße an. Die sozialistische Vorsitzende der Grazer ÖH wurde nun in einem Interview der „Kleinen Zeitung“ gefragt, wie sie zu Gewalt in Demonstrationen stehe. Jene „gegen Meschen“ lehnt Valentina Simschitz strikt ab, aber gegen Dinge? „Wenn es gegen Statussymbole des Kapitalismus oder Luxusgüter geht, kann das ein gewähltes Mittel sein, muss es aber nicht“, sagte sie dort. Diese Antwort schlägt seither Wellen.
Simschitz für „friedliche Proteste“
Die „Krone“ hat bei Valentina Simschitz nachgehakt. Die VSSTÖ-Chefin betont, dass sie im Interview bewusst nach den Protesten in Frankreich befragt und Aussagen aus dem Kontext gerissen wurden. „Wir setzen uns in Österreich für friedliche Proteste ein, wie sie es bisher auch immer waren. Es geht um Dialog und Respekt. Gewalt ist kein probates Mittel!“ Und sie meint: „Ich entschuldige mich. Es war nie meine Absicht, Gewalt zu verherrlichen.“
Uni stellt sich hinter Simschitz
Seitens der Uni Graz meint man, dass sich die getätigte Aussage unglücklich formuliert lese. „Wir haben jedoch keinen Zweifel daran, dass die Werte unserer Universität von der ÖH-Vorsitzenden auch geteilt werden. Das belegen die Großdemonstrationen in Graz und in Wien, die mit Tausenden Teilnehmenden friedlich stattgefunden haben, um auf die prekäre Budgetsituation für die nächste Leistungsperiode der Universitäten aufmerksam zu machen“, so die Stellungnahme der Uni gegenüber der „Krone“.
Heftige Kritik – FPÖ und Neos fordern Rücktritt
Die Junos hingegen fordern den sofortigen Rücktritt von Simschitz. Elias Pall, Junos-Mandatar in der Universitätsvertretung der Uni Graz, meint: „Ein geplünderter Gucci-Store verbessert kein Studium. Wer Gewalt als politisches Mittel rechtfertigt, kann nicht an der Spitze einer Studierendenvertretung stehen.“ Unterstützung kommt von NEOS-Landessprecher Niko Swatek.
Die steirische FPÖ schlägt ins selbe Horn. „Frau Simschitz vertritt als ÖH-Vorsitzende sämtliche Studenten der größten Universität unseres Bundeslandes. Wer in dieser Funktion Gewalt relativiert und als Option für politische Anliegen in den Raum stellt, ist es nicht würdig, der ÖH an der Uni Graz vorzustehen“, so FPÖ-Klubobmann Marco Triller.
Auch Lukas Rossegger, Obmann der Aktionsgemeinschaft (AG) Graz, findet gegenüber der „Krone“ klare Worte: „Eine Studierendenvertretung darf und soll sich in der aktuellen Budgetdebatte kritisch und lautstark positionieren. Aber Gewalt und Extremismus helfen der Forderung nach ausfinanzierten Unis in keinster Weise!“
Valentina Simschitz sagt dazu: „Ich bin in jedem Fall für friedliche Proteste. Das war ich immer und werde ich immer sein.“