Acht Tage später als geplant, kommt die Niederösterreichische Landesregierung zur achten Regierungsklausur zusammen. In der Zentrale vom Roten Kreuz St. Pölten gaben Johanna Mikl-Leitner und Regierungspartner Udo Landbauer preis, was jetzt auf die Niederösterreicher zukommt.
Über allem stehe das Thema Gesundheit – wie FPÖ-Chef Udo Landbauer vor zwei Wochen selbst erlebt hat. Weil seine vierjährige Tochter eine schwere Wirbelsäulen-OP hatte, wurde das Regierungstreffen auf 1. Oktober verschoben. „Als Mutter weiß ich, wie sehr einen die Sorge um das eigene Kind beschäftigt“, sagt Landeschefin Johanna Mikl-Leitner zu Landbauer. Eine klare Absage gibt es für die Gerüchte rund um vorgezogene Neuwahlen. Planmäßig soll 2028 in NÖ gewählt werden.
NÖ hat bald mehr Sanitäter als OÖ
Offiziell steht fest, dass mit 1. April 2027 21 der heute noch bestehenden 32 Notarztstützpunkte geschlossen werden. Trotzdem soll kein Rettungswagen zu spät zu Notfällen kommen. Wie das funktionieren soll? „Niederösterreich wird fünfmal so viele Notfallsanitäter wie zum Beispiel Oberösterreich im Einsatz haben“, so der Plan, sagt Mikl-Leitner.
Das Rote Kreuz blickt dem positiv entgegen. Mehr sogenannte First-Responder-Zentren sollen schon beim Anruf besser entscheiden, wo ein Notarzt gebraucht wird, und wo ein Sanitäter „ausreichend“ ist, betont Rettungskommandant Wolfgang Frühwirt. Wichtig bei Herzinfarkt und Schlaganfall ist vor allem der schnelle Weg ins nächste Spital. „Das heißt mehr Helfer, bessere Ausrüstung, und damit schnellere Hilfe“. 20 Millionen Euro werden dafür in die Hand genommen.
Herz-Werte übers Handy übermitteln
Ausgeweitet wird Anfang 2027 das Projekt „HerzMobil“ auf das Waldviertel. Menschen mit Herzschwäche kommunizieren dabei ihre aktuellen Werte mit Ärzten. Dabei kann zum Beispiel schnell die Medikation angepasst werden, ohne einen langen Spitalsaufenthalt. Im Weinviertel und in der Thermenregion funktioniere das bereits.
Weniger Arzt-Briefe
Nicht nur das Handy, auch Roboter helfen den Ärzten. Ab 2027 auch in der Klinik in Horn, in Mistelbach und Krems operieren bereits Roboter. „Der Roboter ersetzt dabei nicht den Arzt. Er hilft ihm, genauer und schonender zu operieren“, so die Landeshauptfrau. Nicht zu verheiraten sei eine moderne Gesundheitsreform mit einer bürokratischen „Zettelwirtschaft“. Das „NÖ Patientenportal“ soll Befunde, Arztbriefe und Röntgenbilder endgültig digitalisieren. Die FPÖ verstehe dabei aber auch jeden Niederösterreicher, der besorgt ist, „weil das Gewohnte plötzlich anders ist“.
Kontrolle in Asyl-Zentren
„Herumgedoktert“ wird nicht nur bei der Gesundheit. „Wenn etwas nicht funktioniert, dann ändern wir es“, sagt Udo Landbauer auch in Bezug auf die Bekämpfung Islamistischer Ideologien. Die Asylquartiere in Niederösterreich werden diesen Herbst erstmals evaluiert, zehn Jahre nach der großen Flüchtlingswelle im Jahr 2015. Im Zuge dessen bekommen Asylwerber auch noch einmal die „NÖ-Verhaltensregeln“ bis Ende des Jahres vorgelegt. Landbauer zufolge sollen Asylsuchende diese bindend unterschreiben. „Wer bei uns leben will, muss zum Beispiel akzeptieren, dass Frauen bei uns gleichberechtigt und respektvoll behandelt werden“.