Chinas Staatschef Xi Jinping ist am Montag zu seinem zweitägigen Staatsbesuch in Nordkorea eingetroffen. Wie Bilder der Nachrichtenagentur Xinhua zeigen, haben Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und dessen Frau Ri Sol Ju am Flughafen der Hauptstadt Xi und seine Frau Peng Liyuan am Flughafen der Hauptstadt Pjöngjang herzlich empfangen.
Es ist sein erster Besuch in dem Nachbarland seit rund sieben Jahren. In der Vergangenheit haben sich die beiden Staatschefs bereits sechsmal getroffen. Kurz vor seinem Besuch in Nordkorea sprach Xi Jinping von „neuen Entwicklungschancen“ für die zwei Nachbarländer.
China und Nordkorea sollten zudem gemeinsam das internationale System mit den Vereinten Nationen im Zentrum sowie die auf dem Völkerrecht beruhende internationale Ordnung verteidigen, schrieb er in einem Beitrag für die nordkoreanische Parteizeitung „Rodong Sinmun“. Zugleich wendete sich Xi gegen „Hegemonismus und Machtpolitik“.
Nordkorea ist nicht zu nuklearer Abrüstung bereit
Am Vortag von Xis Staatsbesuch hatte Nordkorea erneut diplomatischen Bemühungen für eine nukleare Abrüstung Nordkoreas eine klare Absage erteilt. So bezeichnete Kim Yo Jong, die politisch einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un, Nordkoreas Status als Nuklearwaffenstaat als „unumkehrbare Realität – unabhängig davon, ob andere ihn anerkennen oder nicht“.
Zuletzt hatte Nordkorea seine Beziehungen zu Russland deutlich ausgebaut. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine lieferte Pjöngjang nicht nur große Mengen an Munition und Artilleriegeschossen nach Moskau, sondern entsandte zudem bis zu 15.000 Soldaten zur Unterstützung der russischen Streitkräfte.
China dürfte nun daran interessiert sein, den traditionellen Verbündeten Nordkorea wieder stärker an sich zu binden. Auch aus nordkoreanischer Sicht würde eine Annäherung Sinn ergeben: Pjöngjang hat bereits zu Zeiten des Kalten Kriegs stets die Beziehungen zu seinen beiden wichtigsten Partnern, China und Russland, geschickt für wirtschaftliche und politische Vorteile nutzen können.
China gilt als wichtigster politischer und wirtschaftlicher Partner Nordkoreas. Zudem ist die Volksrepublik Nordkoreas einziger formeller Bündnispartner auf Grundlage eines gegenseitigen Beistandsvertrags. Die beiden Staaten kämpften 1950 bis 1953 Seite an Seite während des Koreakriegs.