Zahlreiche Russen sitzen auf der Krim fest
Das ukrainische Militär hat die Halbinsel Krim am Wochenende mit Drohnen angegriffen. Die Folge waren mehrere Brände, zum Beispiel beim Öldepot in Kertsch. Auf der nahen Brücke kamen die Menschen nicht mehr voran: Mehr als 600 Autos durften zunächst nicht weiterfahren. Auch viele Touristinnen und Touristen sind gestrandet.
Wie berichtet, hatten ukrainische Drohnenangriffe auf Versorgungswege und Energieanlagen zu einem Treibstoffmangel geführt. Am Sonntag stellten Tankstellen den Verkauf von Treibstoff an Privatpersonen und Unternehmen ein. Es sei zwar noch möglich, die Krim zu verlassen, aber schwierig, berichtete der russischsprachige Telegram-Kanal Nexta. „Ich weiß nicht, wo ich hingehen soll. Ich möchte nach Moskau zurück“, zitiert Nexta eine junge gestrandete Touristin. Wie sich die Situation entwickeln werde, sei unsicher, prognostiziert sie.
Dazu tragen auch ukrainische Drohnenangriffe auf andere Regionen Russlands bei. So wurden zuletzt beispielsweise vier Flughäfen in Moskau kurzzeitig geschlossen. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte am Montag auf Telegram mit, dass 59 Drohnen abgefangen worden seien. Zu den Absturzstellen seien Rettungskräfte entsandt worden. Das ukrainische Militär reagiert immer wieder mit Drohnenangriffen auf russische Attacken auf eigene Städte.
Hier sehen Sie gestrandete Touristinnen und Touristen auf der Krim:
Krise weitet sich aus
Im Fokus steht derzeit die annektierte Krim. Dort brachen als Folge der Drohnenangriffe Brände in Ölraffinerien aus, auch Explosionen wurden gemeldet. Die russischen Behörden schlossen daraufhin die Krim-Brücke zwischen Kertsch und dem russischen Festland für den Autoverkehr. Für mehr als 600 Autos gab es zunächst kein Vorankommen mehr. Auf Aufnahmen waren Feuer und Menschen zu sehen, die ihre Fahrzeuge vorübergehend verließen.
Hier sehen Sie eine Aufnahme von dem Brand zwischen Kertsch und dem Festland:
Schwachpunkt gefunden?
Für Russinnen und Russen sei es Zeit, die Krim zu verlassen, wenn sie nicht für immer dortbleiben wollen, empfahl Nexta. Statt Touristinnen und Touristen gebe es auf der Halbinsel nun leere Hotels und eine „postapokalyptische Atmosphäre“. Die Lage verschlechtere sich immer weiter. Sewastopols Stadtgouverneur Michail Raswoschajew teilte mit, dass für Montag alle öffentlichen Veranstaltungen im Freien abgesagt worden seien. In der Hafenstadt werde es auch keine Straßenbeleuchtung geben. Raswoschajew rief die Bevölkerung außerdem zum Stromsparen auf. Laut einem Bericht hat das ukrainische Heer einen Schwachpunkt der Russinnen und Russen gefunden. Die Besatzungsbehörden auf der Krim wüssten bisher nicht, wie sie darauf reagieren sollen.
Das russische Militär hat unterdessen den Süden und Norden der Ukraine sowie ein Frachtschiff im Schwarzen Meer angegriffen. Dabei wurden mindestens sechs Menschen getötet, darunter ein 13-jähriger Bub. Fahrzeuge und Treibstofftanks gerieten in Brand. Die Seeleute, die auf dem Weg in die Ukraine waren, konnten bis auf den Koch gerettet werden.