Zeiler an SPÖ: „Werde es mir nicht nehmen lassen“
Nach seinem Wahlkampfvideo am Dienstag lässt Medienmanager Gerhard Zeiler (71) nur einen Tag später mit einem neuerlichen Video aufhorchen. Darin nimmt er erstmals Stellung zur angekündigten Personalrochade der Bundes-SPÖ. Seine Aussagen sind eine deutliche Kampfansage Richtung Löwelstraße und untermauern seine Ambitionen zur Übernahme des Parteivorsitzes.
Ihm sei es mit seiner jüngsten Ankündigung, den SPÖ-Vorsitz übernehmen zu wollen, darum gegangen, „einen Erneuerungsprozess für die SPÖ einzuleiten, weil der bisherige Kurs Österreich und die Sozialdemokratie in die falsche Richtung geführt hat.“
Zeiler wünscht Marterbauer viel Glück, aber ....
Dem habe ihm zufolge die Parteispitze am Sonntag mit der Entscheidung für Markus Marterbauer Rechnung getragen. „Ich wünsche Markus Marterbauer erstens ein schnelles Gesundwerden, denn Gesundheit ist das Wichtigste im Leben und zweitens viel Glück, wenn er die SPÖ übernimmt“, so Zeiler (siehe Video unten).
Medienmanager Gerhard Zeiler (71) macht mit einem neuen Video auf sich aufmerksam:
Aber gleichzeitig richtet er eine deutliche Kampfansage Richtung SPÖ-Bundespartei: „Ich werde es mir nicht nehmen lassen, beständig auf die notwendigen Lösungen hinzuweisen, die Österreich und die SPÖ benötigen, damit wir nicht gegen die Wand fahren, damit Österreich auch in Zukunft ein erfolgreiches, soziales und gerechtes Land bleibt.“
Kampfabstimmung Zeiler vs. Marterbauer?
Das brauche Mut und neue Ideen. „Und diese neuen Ideen werden Sie von mir in den nächsten Wochen und Monaten hören.“ Klingt also deutlich danach, dass Zeiler weiterhin den SPÖ-Vorsitz fest im Blick hat. Offen ausgesprochen hat er dies im Video nicht, aber es ist dennoch gut möglich, dass der 71-Jährige auf dem Bundesparteitag im Frühjahr 2027 gegen Marterbauer in eine Kampfabstimmung geht.
Zeiler veröffentlichte bereits am Dienstag ein Wahlkampfvideo:
Marterbauer und Zeiler politisch nicht auf einer Wellenlänge
Denn es ist nicht davon auszugehen, dass Zeiler den roten Marterbauer-Kurs unterstützt. Unlängst hielt Zeiler dem Finanzminister sogar mangelnde Wirtschaftskompetenz vor. „Die SPÖ ist die Partei, die die höchste Wirtschaftskompetenz hat“, konterte Marterbauer. Hart ins Gericht ging er in der „ZiB 2“ am vergangenen Freitag auch mit Zeilers angezettelter Obmanndebatte. „Damit schadet er der SPÖ. Ich weiß auch nicht, warum er jetzt einen Wechsel vorbringt, ich verstehe auch die inhaltliche Argumentation nicht“, so Marterbauer.
Für SPÖ ist „Kapitel Zeiler beendet“
Ende September verkündete Zeiler im „Krone“-Interview, für den SPÖ-Parteivorsitz kandidieren zu wollen, um Andreas Babler abzulösen. Dies löste einen heftigen parteiinternen Machtkampf und eine Statutendebatte in der SPÖ aus. Zeiler kommt in den neuen Personalplänen der Roten nicht vor. Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim erklärte am Sonntag, dass das „Kapitel Gerhard Zeiler damit beendet“ sei. Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner verriet, dass Zeiler beim Krisengipfel am Sonntag nur ein „Randthema“ gewesen sei.