Der Mann, der den Flamenco revolutioniert
Der spanische Flamenco-Star José Manuel Álvarez gastiert zurzeit beim ImPulsTanz-Festival in Wien – mit im Gepäck: sein neuestes Solostück „Captura y fuga“, in dem er Bilder des berühmten französischen Flamenco-Fotografen René Robert in Bewegung setzt.
Er ist ein Kind Andalusiens, der Wiege des Flamenco. Tanzstar José Manuel Álvarez, der am 17. Dezember 1985 in Las Cabezas de San Juan in der südspanischen Provinz Sevilla zur Welt kam.
Aufgewachsen ist er jedoch in Barcelona, wohin die Familie aus wirtschaftlichen Gründen ziehen musste. Daher bezeichnet sich Alvarez oft als Grenzgänger: Seine emotionale Prägung ist tief andalusisch, seine künstlerische Sozialisation und Offenheit verdankt er, wie er sagt, der avantgardistischen Tanzszene Barcelonas. Professionellen Tanzunterricht erhielt er dort im Alter von 12 Jahren, mit 17 feierte er sein professionelles Debüt in der Kompanie von Flamenco-Ikone Javier Latorre.
Heute gilt der 40-jährige Álvarez, der u. a. für Choreografien von Popstar Rosalía verantwortlich zeichnet, als Wegbereiter des modernen Flamenco, der die traditionelle Tanzkunst mit zeitgenössischen Einflüssen revolutioniert.
Sein neueste Solo-Stück „Captura y fuga“, mit dem er beim ImPulsTanz-Festival gastiert, setzt dem berühmten Flamenco-Fotografen René Robert ein Denkmal, indem er darin die eingefrorenen Momente seiner Fotografien wieder in Bewegung übersetzt: „Fotografie hält den Moment fest. Tanz lässt ihn wieder entkommen“, erklärt Alvarez, „ich wollte den Geist dieser Legenden nicht kopieren, sondern das Gefühl einfangen, das sie im Raum hinterlassen haben.“