Alle Bundesländer in Österreich ziehen an einem Strang, wenn es um das Thema Kinder- und Jugendhilfe geht! Bei einer Konferenz in Innsbruck sprechen sich die Landesreferenten für bundesweit einheitliche Qualitätsstandards aus.
Der Föderalismus in Österreich bringt es mit sich, dass für diverse Themen die einzelnen Bundesländer selbst zuständig sind. Seit 2020 betrifft das auch die Kinder- und Jugendhilfe. Bundesweit einheitliche Qualitätsstandards in diesem Bereich befürworten die Landesreferenten.
Federführend unter dem Vorsitz Tirols wurde im Vorjahr eine Arbeitsgruppe dafür eingesetzt. Am Freitag präsentierte Tirols LR Eva Pawlata (SPÖ) zusammen mit ihren Amtskollegen Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) aus Vorarlberg und Wolfgang Fürweger (FPÖ) aus Salzburg die Ergebnisse.
Soziale Absicherung der Pflegeeltern ein Schwerpunkt
Ein Schwerpunkt betrifft die soziale Absicherung von Pflegeeltern sowie von Kindern in Voller Erziehung und Findelkindern. Hier sprechen sich die Landesräte für eine gemeinsame österreichweite Lösung zur sozialversicherungsrechtlichen Absicherung von Pflegeeltern aus. Diese soll auch einen existenzsichernden Pensionsanspruch gewährleisten.
In Tirol besteht – wie berichtet – bereits seit Herbst 2024 die Möglichkeit eines Anstellungsverhältnisses für Pflegeeltern.
Zusätzliche Studienplätze, „Zuckerl“ für Quereinstieg
Handlungsbedarf orten die Bundesländer auch bei der Krankenversicherung von Kindern in Voller Erziehung, die nicht bei Angehörigen mitversichert werden können, sowie von anonym geborenen Kindern bis zu einer möglichen Mitversicherung bei Pflegepersonen. Für sie soll – so die Forderung aus den Ländern – in Zukunft eine „begünstigte Krankenversicherung“ ermöglicht werden.
Im Bereich des Fachkräftemangels heißen die Landesräte hingegen zusätzliche Studienplätze in den Bereichen Sozialpädagogik und Soziale Arbeit sowie verkürzte Ausbildungswege für Quereinsteiger aus verwandten Berufen gut.
„Bildschirmfrei bis drei“ im Kampf gegen digitale Süchte
Unter dem Motto „Bildschirmfrei bis drei“ plädierte das Trio vor Medienvertretern zudem für eine bundesweite Kampagne, die Eltern dafür sensibilisieren soll, wie schädlich Smartphone, Tablet, Laptop und Co. sind.
Sämtliche Beschlüsse, die im Zuge der Konferenz gefasst wurden, seien einstimmig erfolgt, zeigte sich LR Pawlata erfreut darüber, „dass alle Bundesländer an einem Strang ziehen, wenn es um den Schutz der Kinder und Jugendlichen geht“.
Bei Strafmündigkeit scheiden sich die Geister
Gefragt danach, wie es die Landesräte mit einer Herabsetzung der Strafmündigkeit für Jugendliche halten, kam von Pawlata ein klares Nein. Schöbi-Fink meinte dazu, dass man über diese Forderung „ganz klar und offen diskutieren“ müsse, während sich Fürweger diesbezüglich für das Schweizer Modell ausspricht.