Nach Thomas Bernhards „Holzfällen“ folgt am Wiener Burgtheater die Lesung des Joseph-Roth-Romans „Hotel Savoy“ – einmal mehr mit Publikumsliebling Nicholas Ofczarek und der Musicbanda Franui.
„Wenn die Burgschauspieler sehen würden, wie miserabel sie Theater spielen, müssten sie sich doch alle umbringen“, rezitiert Nicholas Ofczarek aus Thomas Bernhards „Holzfällen“ zum großen Gaudium des Publikums in den stets restlos ausverkauften Vorstellungen der gleichnamigen Lesung am Burgtheater.
Nun folgt der nächste Streich: Diesmal nimmt sich Ofczarek Joseph Roths Roman „Hotel Savoy“ vor – ein Ort extremer sozialer Gegensätze: Luxus in den unteren Etagen, Elend im Dachgeschoß. Ein Mikrokosmos des zerfallenen Europas nach dem Ersten Weltkrieg. Unter dessen Dach zeichnet Roth ein kompromissloses Bild von Heimatlosigkeit, Nachkriegschaos und sozialem Wandel, das in einem symbolischen Feuer endet.
Wie auch schon bei „Holzfällen“ koppelt man die von Dramaturgin Rita Czapka konzipierte Lesung mit musikalischer Untermalung der Musicbanda Franui, die zwischendurch Hits der Operettenmusik aus der Zeit zwischen 1900 und 1935 liefert: „In dieser neuen Lesart lauern hinter jeder fröhlichen Melodie die Abgründe, die Katastrophen, die Tragödien“, lautet die Idee dahinter.
Auch bei dieser Produktion ist der Ansturm auf Karten groß, Premiere ist am Samstag, 7. November, 19.30 Uhr.