Die Bestellung des ORF-Generaldirektors wird mehr und mehr zur Posse. Der bekannte „Plagiatsjäger“ Stefan Weber erhebt schwere Vorwürfe gegen Clemens Pig, der sich ja für den Posten des ORF-Generaldirektors beworben hat. Pig soll seine Bewerbung für den Posten mithilfe von KI verfasst haben, meint Weber. Pig selbst weist das zurück und sendete Weber über seine Anwälte eine Unterlassungsaufforderung.
Es sind schwere Vorwürfe, die der selbsternannte „Plagiatsjäger“ Stefan Weber gegen Clemens Pig, zumindest von der ÖVP favorisierter Bewerber für den am Donnerstag zu besetzenden Posten des ORF-Generaldirektors, erhebt. Auf seinem Blog ortet Weber „einen beispiellosen Medienskandal“. Denn, laut Weber, sei offenbar die gesamte Bewerbung von Clemens Pig für den Chefposten im ORF von der KI verfasst worden.
„Die gesamte Bewerbung von APA-CEO Clemens Pig um den Führungsposten im ORF strotzt vor KI-Sprache. Das ist einfach nicht zu fassen“, meint Weber und begründet seine Thesen mit zahlreichen Beispielen aus Pigs Text. Kurz zuvor unterstellte Weber Pig zudem, dass auch sein neues Buch sich „stellenweise wie stark von der KI generiert“ lesen würde.
Die „Krone“ hat Pig zu den schweren Vorwürfen befragt und rasch eine klare Antwort bekommen. „Herr Dr. Weber versucht mit unbewiesenen und unbeweisbaren Behauptungen einen Skandal herbeizureden, der keiner ist. Gerne stelle ich klar: Ich habe weder bei der Verfassung des Buches ,Democracy Dies in Darkness‘, noch bei der Erstellung meines Bewerbungsschreibens für die Funktion des Generaldirektors des ORF die Unterstützung von KI in Anspruch genommen“, erklärt er.
Hilfe nur bei Tipp- und Rechtschreibfehlern
Das wäre laut dem ehemaligen geschäftsführenden APA-Vorstand auch nicht erforderlich gewesen. Denn: „In der Bewerbung wird meine persönliche und umfassende Erfahrung als Manager und als Geschäftsführer eines Medienhauses inhaltlich abgebildet. Wie auch in dem von mir verfassten Buch handelt es sich bei beiden Texten um meine eigenen Überlegungen, Vorschläge und Strategien“, so Pig. Lediglich zum Ausbessern von Tipp- und Rechtschreibfehlern habe er ein Computerprogramm verwendet.
Unterlassungsaufforderung an Weber
Der ORF-Bewerber holt juristisch zum Gegenschlag aus. „Herr Stefan Weber behauptet nicht nur, meine Bewerbung sei mit KI-Unterstützung entstanden; er versteigt sich sogar zur Aussage, die gesamte Bewerbung sei von einer KI verfasst worden. Damit bestreitet er meine inhaltliche Kompetenz und meine Autorenschaft. Über meinen Auftrag haben meine Rechtsanwälte Herrn Dr. Weber heute eine Aufforderung zur Unterlassung dieser und gleichartiger kreditschädigender Äußerungen zugesandt“, verrät er.
Die Unterlassungsaufforderung liegt der „Krone“ vor und sieht vor, dass Weber seine Aussagen und Ausführungen bis zum 12. Juni schriftlich widerrufen muss. Bereits am 11. Juni erfährt Pig dann jedenfalls, ob er ORF-Generaldirektor wird.