Trotz der anhaltenden Konflikte mit China versuchte US-Präsident Donald Trump den dreitägigen Staatsbesuch seines chinesischen Amtskollegen Xi Jinping als erfolgreich darzustellen. Auch wenn es bei vielen Themen keinen Durchbruch gab, kamen sich die beiden Seiten bei der Künstlichen Intelligenz offenbar näher. Washington und Peking werden nach Angaben des Weißen Hauses einen direkten Kommunikationskanal für Zwischenfälle im Zusammenhang mit KI einrichten.
Das chinesische Staatsfernsehen bestätigte am Samstag die vom Weißen Haus angekündigte Einrichtung der KI-Hotline. Im Rahmen des angekündigten Dialogs wollen sich beide Seiten nach Angaben aus Washington „über Chancen und Risiken der Technologie austauschen“. Zuletzt hatte UNO-Generalsekretär António Guterres die USA und China zu einem Dialog über die Zukunft der Technologie aufgerufen und dabei auf Kommunikationskanäle zwischen Washington und Moskau während des Kalten Krieges – die als Rotes Telefon bekannt wurden – verwiesen.
Trump und die „Superintelligenz“
In der Erklärung des Weißen Hauses hieß es weiter, beide Seiten würden den Begriff „Superintelligenz“ anstelle von Künstlicher Intelligenz nutzen. Trump hatte schon am Dienstag bei der UNO-Generaldebatte von „Superintelligenz“ gesprochen. „Superintelligenz“ klinge „viel besser“ und sei angesichts der großen Chancen durch die Technologie „viel passender“, sagte der 80-Jährige. Der Begriff Künstliche Intelligenz lasse die Technologie „fake“ erscheinen, begründete der US-Präsident seinen Vorstoß. Zugleich wandte er sich gegen internationale Regeln zur Kontrolle der Technologie.
Wie der US-chinesische Dialogkanal konkret ausgestaltet werden soll und welche Behörden daran beteiligt sein werden, ist bisher nicht bekannt. Die USA und China gelten als die führenden KI-Mächte und stehen in einem harten Wettbewerb um die globale Technologieführerschaft. Gleichzeitig wächst in beiden Ländern die Sorge vor den Gefahren immer leistungsfähigerer KI.