In Sachen SPÖ-Parteivorsitz geht etwas weiter: Die ersten Landesparteichefs wagen sich sachte aus der Deckung. Nach der Kampfansage Gerhard Zeilers in der „Krone“ will Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner, wie berichtet, die roten Landeschefs an einen Tisch holen – bereits sechs Bundesländer sind dafür.
Die nächste reguläre Sitzung des Bundesparteivorstands ist erst für den 6. November anberaumt. Der SPÖ drohen 38 Tage Selbstzerfleischung. Das soll mit dem Krisengipfel verhindert werden – dieser als „Arbeitstreffen“ titulierte Termin soll noch im Oktober stattfinden.
Kärnten wünscht sich als Austragungsstätte Wien oder einen zentral gelegenen Treffpunkt in Österreich. Und auch wenn weiterhin öffentlich Unterstützungserklärungen für Zeiler – aber auch für Babler – ausbleiben, zeichnet sich schon ab, wer zu dem Treffen kommen wird.
Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher will sich „für ein Treffen der Landesparteivorsitzenden einsetzen“, Mario Leiter aus Vorarlberg wird die Kärntner Initiative wohl auch unterstützen. Salzburgs Chef-Roter Peter Eder wäre bei dem Treffen „selbstverständlich“ dabei. Und auch die SPÖ Niederösterreich, Bablers Heimatbundesland, hält ein Ländertreffen für eine „sehr gute Idee“.
„Es ist Feuer am Dach“, sagt Ex-Geschäftsführer
Aus der mächtigen Wiener Landespartei heißt es: „Ein konstruktiver und vertrauensvoller Austausch der Länder-Verantwortlichen ist etwas Positives.“ Christian Deutsch, ehemaliger Bundesgeschäftsführer und Ludwig-Vertrauter, sagt: „Es ist Feuer am Dach. Bei diesen Umfragen hätte früher selbst Andreas Babler Andreas Babler zum Rücktritt aufgefordert. Daher ist ein geordneter Übergang wichtig, weil es keinen Sinn macht und nur die Partei schwer beschädigen würde.“ Deutsch wird dem Lager von Doris Bures zugerechnet, die ein zerrüttetes Verhältnis zu Babler hat.
„Rasche Klarheit“ gefordert
In Oberösterreich ist Landeschef Martin Winkler gegen „eine Entscheidung der Führungsfrage unter Zeitdruck“. Tirols Vorsitzender Philip Wohlgemuth äußert sich zurückhaltend: „Wenn jemand für den Bundesparteivorsitz kandidieren will, dann soll er das tun.“ Er fordert „rasche Klarheit in der Bundes-SPÖ“ darüber, wie es nun weitergeht. Burgenland schweigt.
Heißt für das Krisentreffen im Detail:
In der Frage „Babler oder Zeiler“ selbst spielen die Parteigranden aber weiterhin Mikado – wer sich zuerst bewegt, verliert.