Es brodelt in der roten Küche, seit Gerhard Zeiler kundgetan hat, er würde sich gerne die Chefmütze als Parteichef aufsetzen. Noch klammert sich Andreas Babler an den Herd – allerdings steht er dort ziemlich allein, weil Solidaritätsadressen für den aktuellen SPÖ-Vorsitzenden und Vizekanzler weitestgehend ausbleiben.
Andererseits verschanzen sich die Brigaden des Möchtegern-Babler-Nachfolgers auch noch im Keller, wollen lieber nicht gesehen werden. Sie werden sich allerdings rasch aus der Deckung wagen müssen, sonst passiert, was ein hochrangiger Roter drastisch formuliert: Wenn man Babler jetzt nicht loswird, „dann ist er einzementiert, werden wir ihn nie mehr los“.
Ein anderer linksroter Sozi, der Babler anfangs freundlich gegenüberstand, findet auch harte Worte: Der Vizekanzler rede ständig von linker Politik, müsse in der Koalition aber täglich die wirtschaftsfreundliche Linie umsetzen. „Das lässt ihn“, sagt der Funktionär, „unauthentisch wirken und als unsympathischen Maulhelden erscheinen.“
Dann – im Zweifel – statt Babler lieber Zeiler, auch wenn der, wie viele meinen, nicht gerade den Turbo gezündet habe.
Oder doch Marterbauer? Ehe sich Babler und Zeiler ein monatelanges Duell liefern und die Partei lähmen, dann doch den geschätzten und bei vielen beliebten Finanzminister an die Spitze der Partei setzen?
In der SPÖ-Küche rauchen die Köpfe und die Töpfe. Ob eine bekömmliche Suppe herauskommt? Zweifel sind angebracht.