Israels Polizei hat nach gewaltsamen Zwischenfällen im Westjordanland acht Verdächtige festgenommen. Am Wochenende hatten israelische Siedler einen Konvoi mit EU-Diplomaten und Aktivisten attackiert.
Die Verdächtigen wurden an mehreren Orten im zentralen Westjordanland festgenommen, und „in ihrem Besitz wurden Beweismittel gefunden, die sie mit den mutmaßlichen Taten in Verbindung bringen, und mehrere Fahrzeuge wurden beschlagnahmt“, so die Polizei.
Über die Identität der Festgenommenen sowie die genauen Vorwürfe machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Ermittlungen dauerten an, hieß es. Dem israelischen Radiosender Galatz zufolge handelt es sich bei den Verdächtigen um Israelis.
Strafverfolgung von Siedlern ist selten
Strafverfolgungen von israelischen Siedlern sind so selten, dass sie nach Gewalttaten als praktisch immun gegen Konsequenzen der Behörden gelten. Das Gesetz im Westjordanland gelte für alle, „unabhängig von Identität oder Zugehörigkeit“, wurde jetzt Polizeichef Danny Levy von der „Times of Israel“ zitiert.
Bei den Vorfällen waren unter anderem eine US-Fotojournalistin sowie europäische Diplomaten und Amtsträger angegriffen worden. Aus der EU kam dafür scharfe Kritik, auch der israelische Außenminister verurteilte die Attacken.