Teilzeit: Arbeiterkammer fordert Verbesserungen
Die Arbeiterkammer fordert mehr Rechte für Teilzeitbeschäftigte und hat eine Petition an die Regierung übergeben. Im Mittelpunkt stehen ein Anspruch auf höhere Arbeitsstunden bei regelmäßiger Mehrarbeit sowie höhere Zuschläge. Kritik gibt es zudem an der Debatte über „Lifestyle-Teilzeit“.
Die Arbeiterkammer (AK) fordert Verbesserungen für die 14 Millionen Teilzeitbeschäftigten in Österreich. Knapp 50 Prozent der Frauen und 14 Prozent der Männer arbeiteten im Vorjahr nicht in Vollzeit, meist wegen Kinderbetreuung, Ausbildung, weil der Job körperlich oder psychisch nicht in Vollzeit ausübbar ist oder fehlendem Angebot.
Die Kammer pocht nun auf mehr Rechte für genau diese Menschen: Eine Petition „Mehr Respekt für Teilzeit“ wurde Ende April gestartet und nun mit über 36.000 Unterschriften beendet.
Anderl: Gründe sind Betreuung, nicht Zeit für Hobbys
AK-Präsidentin Renate Anderl wolle „das Image der Teilzeitbeschäftigten wieder ins richtige Licht rücken“. Sie habe sich über die von der ÖVP gestarteten Debatte über „Lifestyle-Teilzeit“, also der bewussten Reduktion der Arbeitszeit, um mehr Zeit für Hobbys, Erholung und Familie zu haben, sehr geärgert. Teilzeit würde demnach großteils wegen unzureichender Plätze für Kinderbetreuung oder Pflege gearbeitet.
Konkret fordert die Arbeitnehmervertretung einen Rechtsanspruch der Teilzeitkräfte auf Stundenaufstockung, wenn regelmäßig mehr gearbeitet wird. Zusätzlich fordert man ab der ersten Stunde Mehrarbeit statt eines 25-Prozent-Zuschlags einen 50-Prozent-Zuschlag auf Überstunden – wie bei Vollzeitkräften. Im Vorjahr wurden laut AK 7,2 Millionen unbezahlte Mehrarbeitsstunden von Teilzeitkräften geleistet, so entgingen ihnen satte 270 Millionen Euro.