Die Bundesregierung hat sich darauf geeinigt, dass Apotheken ab Jänner 2027 Impfungen anbieten können. Allerdings gibt es bisher keine gesetzliche Grundlage dafür. Der Verband der Impfstoffhersteller (ÖVIH) sagte am Dienstag, dass zunächst die FSME-Impfung angeboten werden solle, da die Fallzahlen zuletzt gestiegen seien.
Im Vorjahr seien nur mehr 28 Prozent der Bevölkerung im korrekten Impfschema gewesen. Laut Virologie der MedUni Wien wurden in diesem Jahr bis September 155 FSME-Infektionen registriert. Nicht befriedigend sei auch die Situation bei HPV. Die kostenlosen Aktionen für bis zu 21-Jährige und später für bis zu 29-Jährige hätten die Impfquoten dieser Altersgruppen erhöht, inzwischen sei die Bereitschaft aber wieder zurückgegangen. Als weiteres Angebot kann sich der ÖVIH die Impfung gegen Keuchhusten in Apotheken vorstellen. Künftig sollten alle Vakzine, die im Österreichischen Impfplan enthalten sind, auch in Apotheken verabreicht werden.
„Wenn das Angebot steigt, nehmen auch die Impfraten zu“, sagte ÖVIH-Präsidentin Sigrid Haslinger. In 19 europäischen Ländern dürften Pharmazeutinnen und Pharmazeuten bereits zur Spritze greifen. Diese erreichten nun verstärkt junge Berufstätige, da unter anderem kein Termin nötig sei. Der Verband betonte aber, dass das bestehende Angebot nicht esetzt werden solle. Es gehe um eine Ergänzung.
PVÖ fordert Schulungen
Der Pensionistenverband Österreich (PVÖ) hat am Dienstag in einer Aussendung verbindliche Sicherheitsstandards, eindeutig geregelte Verantwortlichkeiten bei möglichen Impfreaktionen, verpflichtende Notfallschulungen für das Personal in Apotheken, eine entsprechende medizinische Ausrüstung und eine Nachbeobachtung nach der Impfung gefordert. Alle empfohlenen Impfungen, mit Ausnahme von Reiseimpfungen, sollten zudem kostenlos und flächendeckend zugänglich sein. „Gerade Menschen mit kleinen Pensionen oder Einkommen dürfen nicht aus finanziellen Gründen auf wichtige Schutzimpfungen verzichten müssen. Wir werden uns daher auch weiterhin mit Nachdruck für die Ausweitung des kostenlosen Impfprogramms einsetzen“, sagte PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer.
Die Regierung verhandelt derzeit noch für den geplanten Impfstart in Österreichs Apotheken. Die österreichische Ärztekammer hatte sich lange gegen ein solches Angebot ausgesprochen.