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Pensionen: Mattle fordert live gestreamte Anhörung

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Nach seinem Vorstoß für eine Pensionsreform mit einem Pensionsantritt ab 65 Jahren und dem damit verbundenen verpflichtenden Nachweis von 45 Erwerbsjahren legt Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) nach.

Mattle fordert, dass alle Parteien ihre Vorschläge für eine Reform auf den Tisch legen und diese dann „in einer öffentlichen Anhörung, die live gestreamt und über die ausführlich berichtet wird“ mit ihren Experten konkret darlegen, erklärte der Tiroler Landeshauptmann gegenüber der APA.

Dann könne sich jeder Bürger und jede Bürgerin ein Bild machen, wie eine Pensionsreform aussehen kann. „Und keine Partei kann sich hinter Schlagworten oder Ausreden verstecken. Am Ende braucht es dann einen echten parteiübergreifenden Schulterschluss – und jeder Schritt, jede Diskussion und jede Beratung soll volle Öffentlichkeit genießen.“

„Müssen die Menschen mitnehmen“
Mattle weiter: „Wir müssen die Menschen in dieser Frage, wie wir das Pensionssystem nachhaltig für alle absichern und fairer machen, mitnehmen.“

Er habe „persönlich einen sehr leistungsorientierten Zugang zur Pensionsreform“, begründete Mattle seinen Vorschlag vom Montag, die wirklich geleisteten Arbeitsjahre heranzuziehen. „Es sollte fair dargestellt sein, ob jemand mit 15 Jahren eine Lehre beginnt, jemand mit 19 Jahren nach der Matura arbeiten geht oder jemand nach einem oder zwei Studien erst später in das Berufsleben einsteigt. Ich bin der Meinung, dass Menschen, die unterschiedlich losstarten, nicht gleichzeitig im Ziel ankommen können“, meinte der Landeschef.

Gleichzeitig könne man die Chance nutzen, um beispielsweise Betreuungsjahre von Müttern und Vätern oder Pflegezeiten bei Angehörigen vollwertig als Teil der Lebensarbeitszeit anzurechnen. Er würde jedenfalls „weggehen von einem Pensionssystem, das sich einzig und allein an den Lebensjahren orientiert.“

FPÖ: „Sozialpolitischer Frontalangriff“
Eine scharfe Attacke auf Mattle ritt unterdessen FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz. Dieser sprach in einer Aussendung von einem „sozialpolitischen Frontalangriff auf die hart arbeitende Bevölkerung.“

Die ÖVP habe offenbar „endgültig jeden Kontakt zur Lebenswirklichkeit verloren“: „Wer jahrzehntelang am Bau, in der Pflege, in der Produktion, im Handel oder im Gastgewerbe geschuftet hat, braucht keinen schwarzen Oberlehrer, der ihm vom bequemen Polit-Sessel aus noch ein paar zusätzliche Arbeitsjahre verordnet.“

Schnedlitz sprach sich für ein Ende des „Pensionszwangs“ aus. Es brauche sichere Pensionen, die Anerkennung langer Beitragszeiten sowie ein Sparen im Polit-System und bei „falschen Ausgaben“.