Kriegschroniken

Selenskyj zu Midterms: „Putin wird überlegen, …“

Selenskyj zu Midterms: „Putin wird überlegen, …“

Nach dem Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen erwartet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mehr Hilfe für sein Land. Dadurch erhofft er sich mehr Druck auf Russlands Machthaber Wladimir Putin, seinen Angriffskrieg zu beenden. 

Das will auch US-Präsident Donald Trump seit Monaten. Dabei übte er aber mehr Druck auf die Ukraine aus und näherte sich Putin an, indem er seinen Diesel-Deal schloss und Sanktionen aufhob. Künftig setzt ihm bei seiner Politik die demokratische Mehrheit im Kongress Grenzen.

„Sprechen sehr klar von Unterstützung“
Davon erhofft sich Selenskyj positive Veränderungen, wie er im Interview mit Jan Böhmermann für das ZDF sagte. Konkret erwartet er mehr Hilfe für die Ukraine. Er sei auch den Republikanern dankbar, beeilte sich Selenskyj zu versichern. „Aber die Demokraten sprechen sehr klar von einer Unterstützung der Ukraine, von Hilfe für die Ukraine. Sie sprechen von der Erneuerung der Verbindung zwischen den USA und Europa“, so der ukrainische Präsident.

„Wird Putin beeinflussen“
Wenn der Kongress nun ähnlich wie Europa von Unterstützung für die Ukraine mit Geld und Waffen spreche, werde dies den Kremlchef unter Druck bringen. „Das wird Putin beeinflussen und er wird überlegen, ob es Sinn macht, weiter Krieg zu führen“, argumentierte Selenskyj. So komme man näher an Verhandlungen über einen Frieden heran.

Bisher rückt Moskau nicht von seinem Ziel ab, die Ukraine zu unterwerfen. Entsprechend gering sind aktuell die Erwartungen an Gespräche, trotzdem laufen die diplomatischen Bemühungen dafür weiter. Kommende Woche soll ein Dreiertreffen mit der Ukraine und Russland sowie den USA als Vermittler in Abu Dhabi geben. Selenskyj bereitete die Gesprächsrunde am Rande eines Besuchs in Madrid vor. Er telefonierte mit den US-Verhandlern Steve Witkoff und Jared Kushner, Trumps Schwiegersohn.

Brauchen Garantien „wie Stahlbeton“
Die Ukraine sei „zu den notwendigen Schritten bereit“, um den Krieg rasch zu beenden, erklärte das ukrainische Staatsoberhaupt laut seinem Büro. Entsprechende Vorschläge habe man der US-Seite übergeben. Sein Land brauche nach einem möglichen Ende der Kämpfe Sicherheitsgarantien „wie Stahlbeton“, betonte Selenskyj demnach.

Selenskyj würdigte auch Gespräche in Brüssel, in denen es am Mittwoch um einen künftigen Wiederaufbau seines kriegszerstörten Landes ging. Beteiligt daran waren Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die USA, die EU, die NATO und die Weltbank. Am Donnerstag werde in Brüssel über die Frage von Sicherheitsgarantien gesprochen, sagte Selenskyj. Bei seinem Besuch in Spanien geht es vor allem um Zusammenarbeit in Rüstung, Flugabwehr und Schutz der Zivilbevölkerung, 

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